Auch das noch: Albino auf den Titten!

Mann, wie schrecklich. Gestern das erste graue Haarbüschel entdeckt. Nicht an den Schläfen, die verlieren bei mir schon seit geraumer Zeit ihre ursprüngliche Farbe. Auch nicht am Bart. Der hat ja eh alle möglichen Nuancen, nur nicht mehr die, die ich ursprünglich mal zu Schopfe trug. Um die Schnauze sehe ich schon aus wie eine Hauskatze mit närrischem Schildpad-Muster. Bin also mindestens dreifarbig. Nein, es ist schlimmer als das. Die weißen Strähnen sprießen ungeahnt frech-fröhlich entlang meinem Schlüsselbein und machen sich langsam, aber sicher, auf die Socken bis runter zur Brust. Es dauert nicht mehr lange, dann erstrahlt meine einst so stolze dunkle Körperbehaarung im Winterkleid, womit ich bald wie ein Eisbär aussehen würde. Was weitaus romantischer klingt, als es  wahrscheinlich ist. Pecht gehabt. Und das mit Ende dreißig ... Entweder müsse der komplette Pelz ein für alle mal runter, gibt mir ein Freund kosmetische SOS-Soforttipps durchs Telefon. Oder ich käme künftig um eine muntere Ganzkörperhaartönung nicht mehr herum. "Albino auf den Titten" ginge seiner Meinung nach jedenfalls "gar nicht".

 

Quelle: Banal-Sex, S. Salka, Querverlag 2013

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